Unlängst fügte mir die Unterhaltung mit einem Top-Schwimmtrainer im Zuge der der Eröffnungsphase des Testzentrums einen Schock zu, als er mir erklärte, dass eine Strömungsanlage für Schwimmanalysen wohl geeignet erscheint, aber für ein dauerhaftes Training im Hochleistungssport nicht geeignet ist.

Gott sei Dank treffen diese Einwände nicht auf unsere Schwimm-Gegenstromanlagen zu, aber machen deutlich klar wie komplex die Materie ist und auf welche Unterschiede man bei Gegenstromanlagen achten muss!

Die Einwände der Profis:

Mir wurde durch die Profis klargemacht, dass üblicherweise ein Schwimmen in Anlagen, die das stehende Wasser simulieren sollen, andere Schwimmtechniken erforderlich macht, als die die für ein richtiges Schwimmen gebraucht werden. Hier wurden beispielhaft die ständigen Gegenreaktionen von unruhigen turbulenten Wasserströmungen genannt.

Auch wurde besonders auf die schlechte Wasserlage des Schwimmers, die durch eine nicht vollständige durch das Becken strömende Wasserströmung entsteht, hingewiesen.

Auch ein harter Wasserstrahl der ein Heben des Kopfes ergibt, wurde besonders genannt.

Je nach Ziel des Schwimmers (Wettkampf, Wohlbefinden, Relaxen, Gesundheit,) spielen diese negativen Eigenschaften eine große Rolle. Natürlich wird bei „olympischen Sportlern“ die negative Veränderung des Schwimmzuges und der Wasserlage wesentlich sensibler angesehen als bei Gesundheitsschwimmern. Es war jedoch zu erkennen, dass Therapeuten aus ihrer Sicht überschneidende Anforderungen formuliert.

Alle sagen übereinstimmend: „Es ist wesentlich leichter und schneller eine „saubere“ Schwimmtechnik zu erlernen, als eine falsch angelernte und automatisierte Technik zu verändern und zu korrigieren.

Zu harte punktuelle Strömung:

Dadurch wird man wird seitlich weggedrückt und muss Strömungsausgleichsbewegungen machen, die zur Körperfehlhaltung und zu Muskelverspannungen führen.

Keine Beckendurchströmung:

Der Körper des Schwimmers bremst den Wasserstrahl wodurch die Strömung für die Beine nicht mehr ausreicht und ein „abfallen“ der Beine erfolgt. Resultierend ist eine schlechte Wasserlache, die durch eine Aufwärtsbewegung des Scheinschlages kompensiert werden muss. Bei Automatisierung dieser Bewegung wird beim Schwimmen im stehenden Wasser eher eine „Bremswirkung“ erzielt.

Außerdem ist somit das muskelentspannende Gleiten durch das Wasser nicht mehr gegeben.

Zu geringe Strömungs-Breite und -Tiefe:

Beim Schwimmen durch einen See oder ein großes Schwimmbecken gibt es keine Strömung und keine Turbulenzen.

Wir gleiten durch einen Wasserquerschnitt, der an jedem Punkt die gleichen Bedingungen ausweist. Ist dieser Effekt in einer Schwimmanlage nicht gegeben, so wird die Schwimmbewegung anders angepasst. Bei Automatisierung dieser Bewegung wird diese dann auch beim Schwimmen durch stehendes Wasser „falsch“ sein und der Vortrieb gegebenfalls gering sein.

Therapeuten empfehlen Schwimmen sowohl für Prävention wie auch als Therapie für Rückenleiden oder Gelenksproblemen. Hier spielt die „schwerelose“ entspannende Bewegung eine große Rolle, um die entsprechenden Muskelgruppen unbeeinflusst stärken zu können. Jede Abweichung vom „ruhigen Gleiten“ und zielorientierter Muskelaktivierung beeinträchtigt diese sehr positive Wirkung.

Mein Resümee:

Ich bin sowohl mit Trainern, Analytikern und aus dem Gesundheitsbereich: mit Ärzten und Therapeuten in ständiger Verbindung, um ein positives Training und eine helfende Therapie mit realisierbaren Schwimmanlagen voranzutreiben.

Auch möchte ich aufklärend wirken, da diese wichtige Thematik durch viele Fehlinformationen und Fehlinterpretationen verwässert ist.

Meine Erfassung und Kategorisierung von Gegenstrom-Schwimmanlagen, dient dazu, dass sich jedermann sich einen Überblick über die Arten und Möglichkeiten, auch zu Hause zu Schwimmen, verschaffen kann.

Ich freue mich auf Ihre Erfolge

Dr. Georg Hof